Social Media Marketing = Stereotypen Marketing?

Social Media Marketing = Stereotypen Marketing?

Auf Facebook habe ich heute 595 Freunde, auf Twitter 687 Follower, auf LinkedIn 1194 Connections und auf Google+ sind es bis jetzt bescheidene 80 Personen, die mich in einem ihrer Kreise haben.

Aber … meine Freunde auf Facebook sind nicht dieselben with meine Followers auf Twitter, von meinen LinkedIn und Google+ Connections gar nicht zu reden. Wenn ich meine diversen sozialen Netzwerke auf gemeinsame Freunde hin analysiere, dann komme ich im besten Fall auf 1 bis 2 Dutzend.

Kundensegmentierung ist ja nichts neues in Marketing, der Begriff hat aber mit dem Aufkommen der Social Media eine ganz neue Dimension angenommen und Bedeutung bekommen. Dabei kann man die “neuen” Segmente verschiedentlich definieren.

Zum Beispiel nach Smartphone-Benutzer Typen, als da wären iPhone, Blackberry und alle Marken, die mit Google Android funktionieren:

Social Media Stereotypen für Marketingexperten

Man könnte sich aber auch nach Netzwerk-Stereotypen richten, frei nach dem Motto: “Sag mir, in welchem sozialen Netzwerk Du am meisten Zeit verbringst und ich sage Dir wer Du bist”:

Sag mir in welchem Netzwerk Du bist, und ich sage Dir wer Du bist

Die Frage nun also an alle Social Media- und Inbound Marketingspezialisten: Bis in welches Detail muss ich meine Kunden segmentieren, damit meine Präsenz in sozialen Netzwerken überhaupt Wirkung zeigt?

Schauen wir uns zuerst an, wie Social Media Marketing grundsätzlich funktioniert:

Am Anfang steht nicht das Verkaufen von einem Produkt oder einer Dienstleistung. Es geht in erster Linie geht ums Geschichten erzählen und Unterhalten. Der Kaufgedanke wird von zwei Faktoren gesteuert: 1. die Qualität der Geschichte/Unterhaltung und 2. was andere Benutzer über meine Marke zu sagen haben. Ich will nicht dem einen oder anderen Punkt mehr Gewicht zugestehen. Beide sind gleich wichtig. Eines sei jedoch ganz speziell zu Punkt 2 gesagt: Benutzer von digitalen Medien empfinden die Meinung anderer Benutzer als “organische Information” gegenüber jener, die von einer Marketingabteilung gesteuert wird.

Dazu kommen 7 grundsätzliche Punkte, ohne die eine Social Media Präsenz nur schwer funktionieren:

  1. Identifiziere Dein Kundensegment (Stereotypen?) und “höre” ihm zu;
  2. Mach im Gespräch zwischen Benutzern mit und zeige ihnen, dass Du nicht nur Verkauf Slogans drauf hast;
  3. Es geht ums Geben, Geben, Geben – nützliche Infos, Fotos, Videos, Podcasts, kurz, guten und gut verdaulichen Inhalt;
  4. Social Media wollen gelernt sein und werden. In 140 Buchstaben eine intelligente Twitternachricht zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Was mit was und wem vernetzt und verbunden werden kann, bedarf einiger Gehirnakrobatik, diverser Diagramme und jeder Menge Versuchen und Fehlern machen;
  5. Benutze Software zur Webseitenanalyse und zum Messen und Auswerten der Daten Deiner diversen Social Media Kampagnen;
  6. Suche die richtige Person für eine Aufgabe. Social Media müssen nicht unbedingt (und vielleicht besser gar nicht) von der Marketingabteilung bedient werden. “GastgeberInnen” einer Facebook Seite, eines Twitter- oder Google+-Kontos sind häufig Personen, die ganz einfach viel Wissenswertes über unser Produkt oder unsere Dienstleistung wissen.
  7. Versuche, die Gefühle und Bedürfnisse von Benutzern zu verstehen. Social Media sind dazu geniale Werkzeuge, ganz anders als traditionelle Medien.

Zurück zu unseren Stereotypen.

Benutzer von sozialen Netzwerken leiden unter einem grossem Gruppendruck, wenn auch ohne dies so wahr zu nehmen.

Neue Freunde auf Facebook werden häufig akzeptiert, vor allem von den jüngeren Bewohnern von Facebookland (drittgrösstes Land auf Erden mit 750 Millionen Einwohnern), wenn sie eine gewisse Anzahl gemeinsamer Freunde aufweisen. Das reicht dann auch schon als Referenz. Beunruhigend, eigentlich. Oftmals wird dann auch auf LIKE gedrückt, wenn wir sehen, dass ein paar unserer Freunde dasselbe gemacht haben.

In einer immer vernetzteren und digitalen Welt vertrauen wir mehr auf die Kommentare und Kritiken anderer Social Media-Benutzer, da diese Information als natürlich und vertrauenswürdiger wahrgenommen wird, als dies mit Infos aus einer Marketingabteilung der Fall ist.

Um diese Realität nun sinnvoll für unsere Marke einsetzen zu können, müssen wir unsere Kundensegmente so genau an einen gewissen Stereotypen anpassen wie möglich, da sich gleichgesinnte häufig auf den gleichen Netzwerken und den gleichen Chats tummeln. Das heisst auch, dass es eben nicht unbedingt jemand aus der Marketingabteilung sein muss, die oder der da den Fans Rede und Antwort stehen. Idealerweise ist das jemand, die oder der eben einen speziellen Typen Benutzer am besten versteht, sowohl filosofisch wie auch sprachlich. Das wiederum hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Firmenkultur und die Art und Weise, wie wir unsere MitarbeiterInnen verstehen und behandeln.

Kundensegmentierung betreibt man am besten mit einer eCRM – electronic Customer Relationship Management – Plattform. Die gibt es in allen Farben, Formen und Preisen, hier ein paar Namen als Beispiele: Salesforce, SugarCRM, WorkETC, Capsule, Microsoft Dynamics und Leopard. Dazu mehr dann im nächsten Artikel.

Mein Rat an alle: Investiert mehr Zeit ins Verstehen eurer Kunden, was sie bewegt und unterhält, definiert Segmente so genau und detailliert wie möglich und gestaltet Inhalt genau nach deren Bedürfnissen.

Hoffe auf Kommentare, Meinungen, Kritik, Ergänzungen.

Cheers

Reto Leder

 

Quelle 7 Punkte: Pete Caputa,

Wahlkampf und Social Media – 5 Grundregeln.

Social Media für Politikerinnen und Politiker

Wahlkampf und Social Media – 5 Grundregeln.

Am 23. Oktober 2011 stehen eidgenössische Wahlen an.

Nie zuvor war es so einfach, als Politiker, die Stimmen (wortwörtlich) einer Wählerschaft zu hören, zu analysieren und im Wahlkamp spezifisch auf Themen eingehen zu können. Die digitalen Medien (Social Media) machen es möglich. Der prominenteste Vorreiter der Social Media-for-Campaigning-Bewegung ist kein anderer als der aktuelle Präsident der USA.

Ist Barack Obama also ein Social Media-Präsident? Für Thomas Jefferson war es das Radio, für JFK das Fernsehen, für Obama waren es YouTube, Facebook Twitter und seine Brand Community-Plattform. Obama hat keine Email Adressenlisten kaufen müssen, seine Wählerschaft hat ihm die geschenkt, via Social Media.

Hier ein kurzer Vergleich über die Social Media Präsenz der beiden damaligen Präsidentschaftskandidaten:

Obama McCain
Facebook 2,379,102 620,359 Fans
MySpace 833,161 217,811 Freunde
YouTube 114,559 28,419 Abonnenten
YouTube 18,413,110 2,032,993 Besuche
Twitter 112,474 4,603 Followers
Stand 3 Nov 2008
Spenden 522 Mio 375 Mio
Stand 15 Okt 2008

 

Bemerkenswert dabei ist, dass die individuellen Spenden für Obama zu 58% aus Beträgen zwischen 1  und 999 Dollar bestanden und die von McCain zu 60% aus Spenden von über 1,000 Dollar. Obama hat 409 Mio individuelle Spenden erhalten, McCain 203 Mio.

Was können wir aus dieser Erfahrung lernen? Hier fünf Grundregeln für Politikerinnen und Politiker, die die Social Media für ihre Kampagnen in Anspruch nehmen wollen:

Wenn schon Social Media, dann richtig. Es reicht nicht, eine Fanseite auf Facebook zu haben, oder zwischendurch einmal ein bisschen im Twitterversum herum zu zwitschern. Social Media Best Practice verlangt nach einer Strategie, die Online und Offline integriert, verknüpft, vernetzt.

Unerlässlich sind dabei eine Fanseite auf Facebook (nicht ein persönliches Profil), ein Twitterkonto, ein YouTube-Kanal, ein Blog, eine SlideShare Seite und wenn wir schon dabei sind, ein LinkedIn und/oder Xing-Konto. All dies braucht viel Zeit und Geduld, vor allem Zeit … und mehr Zeit.

2. Konsequenz

Profile und Bios im gleichen Ton und auf einander abgestimmt. Gleiche Portrait Foto in allen Profilen: Deine Foto ist Dein Logo, Du bist eine Marke (Online Reputation Management). Deine diversen Konten sollten einfach zu finden sein mit konsequentem, persönlichem Branding versehen sein. Zum Beispiel: twitter.com/retoleder, foursquare.com/retoleder, linkd.in/retoleder, facebook.com/retoleder, slideshare.net/retoleder, youtube.com/retoleder, und so weiter und so fort.

Regelmässige Einträge (posts) auf allen Plattformen. Diese können häufig dieselben sein in den verschiedenen Medien. Wer diese auch noch geschickt verknüpft, kann mit kleinerem Zeitaufwand mehr Leute erreichen. Es geht darum, gehört zu werden. Wo mich die Leute hören, ist mir eigentlich egal, solange sie mich hören (und sehen).

3. Transparenz

Digitale Medien sind ein zweischneidiges Schwert. Ich kann sehr viel damit aufbauen, das braucht Zeit, aber auch viel damit zerstören, das geht sehr schnell, in erster Linie meine Glaubwürdigkeit.

Transparenz heisst auch, Kritik zu akzeptieren und darauf einzugehen. Eine defensive Haltung schadet in jedem Fall. Was ich verspreche, muss ich halten. Das sollte eigentlich immer gelten, ist aber, wie wir wissen, nicht immer so. Jetzt kommt aber eben der Social Media-Faktor dazu. Was ich verspreche und nicht halte, kann auf Twitter oder Facebook zu einem sehr schnellen und schmerzhaften Bumerang werden. Viel mehr, als dies in den traditionellen Medien der Fall ist. Also, sei Dir ganz sicher, dass das, was Du auf Facebook versprichtst, auch wirklich möglich ist.

4. Inhalt

Basierend auf den 4 Säulen der Social Media – Unterhaltung, Kommunikation, Zusammenarbeit, Bildung – muss relevanter Inhalt angeboten werden. Wer stur versucht, zu verkaufen, erreicht vermutlich gerade und nur das Gegenteil.

Social Media sind meine Chance, interessanten, intelligenten, unterhaltenden, hinterfragenden, offenen, relevanten, sachlich korrekten und bildenden Inhalt einer  riesigen Menge wissensdurstiger Menschen zugänglich zu machen. Das fördert die Zusammenarbeit. Das zeigt, das ich mehr über ein Thema weiss, als die üblichen Schlagwörter, die man auf Plakaten sieht. Das verkauft.

5. Follow Up

Faktor Zeit. Auch hier sehr wichtig. Kommunikation per Social Media ist rasend schnell, verbreitet sich wie ein Virus – daher der Name Virales Marketing – und verlangt nach ebenso schnellen Antworten auf Fragen. Antworten müssen als authentisch wahrgenommen werden – apropos Transparenz – und von Wissen über das Thema zeugen.

Schlussfolgerung

Für mich sind digitale Medien maximaler Ausdruck direkter Demokratie. Jeder hat eine Stimme, jeder kann seine Meinung frei von Zensur äussern, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Für Politikerinnen und Politiker heisst das Umdenken, eine andere, neue Kommunikationsrealität akzeptieren und mitmachen.

Was meinst Du dazu? Sind unsere Politiker in der Schweiz auf dem richtigen Weg mit ihrer Social Media Präsenz? Wen würdest Du als “Social Media Politikerin oder Politiker par excellence” bezeichnen?

Wünsche einen schönen Tag und bis zum nächsten Mal.

Reto Leder

 

Quellen: The New York Times, Web Strategy, FactCheck.org, The Campaign Finance Institute,

Wie kann ich meine Facebook-Freunde mit nach Google+ nehmen?

Wie kann ich meine Facebook-Freunde mit nach Google+ nehmen?

Bleibe ich auf Facebook? Lasse ich Face Book sein und ziehe nach Google+ um? Bleibe ich auf beiden und woher nehme ich die Zeit dazu? Wie auch immer, vielleicht möchtest Du ja Deine Facebook-Freunde auch an Deiner neuen Google+ Präsenz teilhaben lassen. Vielleicht möchtest Du auch nur einige wenige einladen und die Gelegenheit dazu benützen, Deine Freundesschar wieder auf eine überblickbare Grösse zu schrumpfen.

Hier also die Anleitung dazu, wie man das Zustande kriegt:

  1. Facebook erlaubt nicht, die Kontake direkt nach Google zu exportieren;
  2. Daher brauchen wir Yahoo, um eine Brücke zu schlagen;
  3. Logge in Dein Yahoo Konto ein und wähle Kontakte (wenn Du noch kein Konto hast, hier kannst Du eines kreieren: Yahoo);
  4. Wähle die Option “Kontake importieren” - ”Facebook” – Verbindung mit Facebook und “Akzeptieren”;
  5. Dann wählst Du wieder “Kontakte” – “Exportieren” – “Yahoo CSV mit Kommas”;
  6. Jetzt sollte Yahoo eine Excel.csv Tabelle erstellen, die Du z.B. mit Facebookkontakte auf Deinem Computer abspeicherst;
  7. Als nächstes geht es zu Gmail und auch da zu “Kontakte”;
  8. Kreiere eine neue Kontaktgruppe, z.B. Facebook;
  9. Wähle “Kontake importieren” aus und öffne die eben aus Yahoo exportierte Excel.csv Tabelle. Wichtig: vergiss nicht die Option “Auch in diese Gruppe einfügen” anzuklicken;
  10. Schon fast sind wir am Ziel: jetzt gehst Du in Dein Google+ Konto, wählst “Kreise” aus und klickst auf “Finden und Einladen”.
  11. Jetzt solltest Du dort alle Deine importierten Facebook-Freunde wiederfinden und kannst Sie einzeln in Deine Kreise verteilen und/oder ihnen eine Einladung zu Google+ senden.

Alles klar? Es kann sein, das die Befehle in Yahoo, Gmail und Google+ nicht ganz mit meinen übereinstimmen, das hat damit zu tun, dass ich alle meine Kontos in englischer Sprache führe und hier mehr oder weniger frei übersetze. Falls Du Probleme hast, kannst Du mir auf info@retoleder.com schreiben, oder Dich mit mir via  Twitter  oder Google+ in Verbindung setzen.

Viel Spass auf Google+

Bis bald

Reto

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